• Digitale Lösungen

Datum

25. Oct 2022

4 Challenges für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von UX und Development Team

Diese 4 Herausforderungen treffen wir in der Zusammenarbeit von User Experience und Entwicklung im Solution Atelier häufig an.

Gute User Experience (UX) ist heute unbestritten Voraussetzung, damit Anwender*innen ein Produkt oder eine Dienstleistung zu ihrer vollsten Zufriedenheit nutzen können und ihnen ein einzigartiges Erlebnis vor, während und nach der Nutzung geboten wird.

Agile Organisationsmethoden sind in der Softwareentwicklung mittlerweile Standard, häufig wird aber in der Praxis die Integration von weiteren Disziplinen in die Entwicklungsteams wie eben zum Beispiel UX vernachlässigt. Meist werden die beiden Prozesse nebeneinander gefahren und die Berührungspunkte auf ein notwendiges Minimum reduziert. Das führt dazu, dass die User Experience ungenügend berücksichtigt wird und die Nutzer*innen darunter leiden.

Bei uns im Solution Atelier ist Gabri, unsere UX-Designerin Teil des Teams. Daneben eignet sich Dani, einer unserer Entwickler, erfolgreich mehr und mehr UX-Kompetenzen an. Nachfolgend findest du 4 Herausforderungen, welche wir immer wieder antreffen und aktiv angehen, damit unsere Produkte überzeugen.

Zeitliche Synchronisierung und Einbezug von Anfang an

Die Produktentwicklung von Grund auf stellt uns vor die Herausforderung, dass die ganze Konzeption mit UX Research, Informationsarchitektur, Interaktionskonzept, Validation von Hypothesen und anschliessend das UI Konzept und Design vor der Umsetzung stattfinden muss. UX-Designer*innen werden leider oft in laufenden Projekten einbezogen um die Usability zu optimieren, wenn etwas schief läuft (zum Beispiel negative Feedbacks von potenziellen Nutzer*innen). Es funktioniert in unserer Erfahrung schlecht, wenn Design und Umsetzung nebeneinander laufen sollen. Dadurch kann mitten im Projekt ein "bottleneck" entstehen, da die Entwickler Features umsetzen ohne das ein UI-Konzept vorhanden ist.


Was hier gut funktioniert, ist zeitversetzt in Iterationen arbeiten: Der/Die UX-Designer*in arbeitet in einem Sprint X vor und die Entwickler*innen setzen die Anforderungen im Sprint X+1 um; im Sprint X+2 wiederum validiert der/die UX-Designer*in die umgesetzten Anforderungen. Das bedingt eine vorausschauende Planung (vor allem zu Beginn einer Produktentwicklung) und ist für eingespielte Scrum Teams und die Product Owner anfangs etwas kontraintuitiv. Unsere Erfahrung spricht dafür, Kunden, Stakeholder & User mit einfachen Prototypen abzuholen. So werden Kundenbedürfnisse vor und nicht während der Umsetzung mit einbezogen und erste Hypothesen validiert.

UX-Designer*in ist gleichzeitig für mehrere Produkte/Mandate zuständig

In unserem Fall ist Gabri neben dem Solution Atelier zu einem Grossteil ihrer Zeit in UX-Mandaten tätig. Das bedeutet in ihrem Fall, dass sie für mehrere Produkte, resp. eben Mandate zuständig ist und deshalb mehrere Stakeholder hat. Das führt dazu, dass sie nicht immer sofort Kapazitäten für das Solution Atelier verfügbar hat oder bewusst neu priorisieren muss.

Hier versuchen wir frühzeitig zu identifizieren, wo wir Gabri’s Kompetenzen brauchen und schauen gemeinsam an, wie wir das planen können. Das bedingt, das wir unsere Product Owner intern und extern sensibilisieren, dass sie uns genügend Vorlauf für User Stories geben, damit die User Experience nicht zu kurz kommt. Das vereinfacht auch das Arbeiten in zeitversetzten Iterationen. Zusätzlich kann Dani bei verschiedenen UX-Aufgaben einspringen, was uns Flexibilität in der Priorisierung gibt.

Ungenügende Kollaboration

UX-Designer*innen haben wesentlichen Anteil daran, dass Verhalten und Bedürfnisse von Kund*innen, resp. Stakeholder mit einbezogen werden. So können frühzeitig Hypothesen validiert werden, wie ein Produkt Nutzen stiftet. Eine weitere Hürde für erfolgreichen Einbezug von UX in die eigene Produktlandschaft ist ungenügende Kollaboration. Findet der Austausch zwischen UX-Designer*in und Entwicklung nur am Rande statt, oder werden Aufgaben einfach sequenziell weitergegeben, sind wir zurück auf Feld 1: Silos.

Wir wirken dem entgegen, dass wir im Solution Atelier Entwicklung und UX im selben Team haben. Auch wenn zeitweise die Aufträge kein UX Design und direkte Zusammenarbeit erfordern, pflegen wir einen regelmässigen Austausch als Team. Je länger die Zusammenarbeit so stattfindet, desto mehr entwickeln UX-Designer und Entwickler ein Verständnis für das Gegenüber, was erfolgreiche Kollaboration fördert.

Eingeschränkte technische Umgebung

Hier vielleicht noch wichtig zu nennen ist der Faktor technische Umgebung. Diese ist nicht zwingend ein Hindernis um die technischen und fachlichen Anforderungen und eine optimale Usability unter einen Hut zu bringen, kann aber die den/die Usability Experten/in stark einschränken. Bei unseren vom Solution Atelier entwickelten Tools und Apps erhalten wir regelmässig die Rückmeldung, dass diese intuitiv und einfach zu bedienen sind. Das ist ein Resultat davon, dass UX und die technische Komponente von Anfang an mit einbezogen wurden.

Treffen wir bei Kundenprojekten stark technische Umgebungen an, die nicht auf eine einfache Bedienung ausgelegt sind – UX war nicht von Anfang an Teil des Konzepts – ist die mögliche Nutzerführung relativ überschaubar und erfordert reduzierte Lösungsansätze. Auch dort versuchen wir mit einem engen Austausch möglichst viel aus den Möglichkeiten herauszuholen, Nutzer*innen involvieren und die Bedienung so einfach & intuitiv wie möglich zu gestalten.

Wenn du dich gerne über Sinn und Unsinn agiler Produktentwicklung, User Experience oder das Solution Atelier unterhalten möchtest, melde dich einfach bei mir: noe.sterckx@avega.ch.