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Date

05. Mar 2021

Gastbeitrag: Kann Innovation systematisch erzeugt werden

Im Rahmen der Masterarbeit von Noé war avega mal im Mittelpunkt des Geschehens. Ziel war es herauszufinden, wie sich ein theoretischer Ansatz zu Innovation im Umfeld eines KMUs in der Praxis anfühlt.

Ein globales Modell im KMU

Im Rahmen meiner Masterarbeit hatte ich die Gelegenheit ein Forschungsmodell aus der Theorie in die Praxis zu übersetzen und im Rahmen einer Case Study bei avega zu testen.

Ursprungsmodell

Technologische Innovationssysteme auf KMU-Ebene

Der Ansatz der Technologischen Innovationssysteme (TIS)[1] ist ein Forschungsansatz, der technologischen Wandel analysiert - als Effekt der Entstehung einer Innovation. Dabei wird der Kontext dieser Technologie untersucht; dieser wird als (Technologisches) Innovationssystem bezeichnet. Die Frage war nun, ob man dieses Modell auch im KMU erfolgreich anwenden kann.

“Wie soll das System – der Kontext einer Innovation – im Unternehmensumfeld aussehen, damit die Innovationsleistung des Systems möglichst gross, und die Hindernisse für Innovation möglichst klein sind?”

Mit der Sicht auf die Innovation wird jeweils die Struktur des Systems, die darin stattfindenden Aktivitäten und mögliche Hindernisse für die Weiterentwicklung des Systems betrachtet. Anhand der Analyse werden Empfehlungen abgegeben, um Hindernisse zu reduzieren und die Innovationskraft zu steigern.

[1] Bergek et al. (2008); Hekkert et al. (2007, 2011)

Neues Mdoell

Die sechs Aktivitätengruppen, welche analysiert werden, sind die folgenden:

  1. Intrapreneurial activities

  2. Knowledge Management

  3. Idea Development

  4. Mobilisieren von Ressourcen

  5. Priorisierung der Ideen

  6. Market formation

Das Modell funktioniert auch in einem KMU erstaunlich gut. Das Modell wurde mit wenigen Anpassungen erfolgreich umgesetzt und in der Praxis angewendet. Der Grundgedanke bleibt bestehen: Innovation ist abhängig von bestimmten Aktivitäten. Sind diese ungenügend ausgeprägt, entstehen Hindernisse für Innovation. Ungenügende Aktivitäten sind durch die Struktur des Systems verursacht. Mit den Analyseresultaten werden dann strategische Massnahmen definiert, um das System so zu gestalten, dass die Aktivitäten erhöht werden können. Hindernisse werden reduziert und die Innovationskraft wird erhöht.

Schlüsselfaktoren im KMU - Kultur und Nähe zu Kunden

Der Kontext einer Technologie ist meistens sehr gross und hat viele involvierte Gruppen. Im Vergleich dazu hat ein KMU für verschiedene Aktivitäten begrenzte Ressourcen. Innovation soll irgendwie neben dem Alltagsgeschäft noch entstehen können. Dies bringt zusätzlich die Herausforderung, immer wieder neu zu priorisieren. Wie können wir Innovation fokussieren, ohne andere Tätigkeiten zu vernachlässigen?

Unterschied Mdoell

Ein zentraler Faktor, um diese Herausforderung zu meistern und gleichzeitig Treiber für Innovation ist die Unternehmenskultur. Ist Innovation ein Teil der gemeinsamen Vision und Kultur, hat das einen positiven Effekt auf verschiedene Aktivitäten, welche Innovation fördern.

Zusätzlich bietet die Nähe zu Kunden und Kundinnen eine hervorragende Quelle für Informationen. Was sind die zukünftigen Bedürfnisse? Welche Herausforderungen sind aktuell am grössten? Wo sind wir auf fremde Hilfe angewiesen? Diese Informationen erhöhen bei verschiedenen Aktivitäten die Qualität.

Globales Forschungsmodell im KMU - bold move oder naiv mit fehlendem Praxisbezug

Entgegen meines ersten Bauchgefühls war die Übersetzung und Anwendung der komplexen theoretischen Analyse nicht die grösste Herausforderung. Die Resultate der Analyse bringen Mehrwert in der Diskussion, wie ein KMU Innovation fördern kann.

Die Schwierigkeit des KMUs sind die begrenzten Ressourcen. Wie können einzelne Aktivitäten verstärkt werden, ohne dass andere Bereiche darunter leiden? Wo werden konkrete Massnahmen angesetzt? Am Schluss braucht es Mut, ein wenig Kreativität und mehrere Anläufe. Massnahmen umsetzen, Veränderung provozieren und dann die Innovationskraft erneut analysieren.

Das Modell bringt dabei eine spannende Logik und Aussenperspektive in die Diskussion hinein und hilft dabei, die Thematik mit Struktur anzugehen

“Besonders spannend war es für uns als avega durch Noé eine Aussenperspektive zu erhalten. Auf eine sehr einfache und anschauliche Weise konnte Noé uns aufzeigen, wo innerhalb von avega Innovation schon gefördert wird, wo Verbesserungspotential besteht und wie wir diese Punkte verbessern könnten. Jetzt liegt es an uns die Erkenntnisse von Noé in unsere Bemühungen um Organisation die Innovation fördert, einfliessen zu lassen.”

Wir von avega gratulieren Noé zur hervorragenden Leistung seiner Masterarbeit, welche mit der Note 5.75 akkreditiert wurde und bedanken uns herzlich für die spannende Zusammenarbeit.


Über den Autor, Noé Sterckx: Jung, wild (oder mindestens bärtig) und fasziniert von Herausforderungen, die kreatives und vernetztes Denken erfordern. Begeistert von Milchschaum im Cappuccino, Sportarten bei welchen man stürzen und wieder aufstehen kann und ein wenig süchtig nach Thai-Food. Nach einem Master in Management und einem spannenden Projekt bei avega auf der Suche nach der nächsten inspirierenden Herausforderung.

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